Montag, 23. April 2012

Nevermind.

Der April fing dann wieder ganz normal an, mit Leichtathletik natürlich. Am Dienstag und Donnerstag hatten wir jeweils ein Meet  und dann war erstmal Ostern, wo es gutes Essen bei Grandma gab! Am nächsten Mittwoch mussten wir für die 7. und 8. Klassen Kampfrichter sein und es war sehr sehr kalt und regnerisch und ich hatte natürlich keine anderen Schuhe bis auf Flip  Flops... Am Donnerstag hatten wir ein Meet mit wunderschönem Wetter! Am Freitag sind Lærke und ich mit einer anderen Schule (halbe Stunde entfernt) nach Cleveland, Ohio gefahren, um da die Rock'n'Roll Hall of Fame zu besuchen. Das war alles sehr aufregend, vor allem für mich. Das Highlight war eine Maschine, die zufällig Songs gespielt hat und dann genau das Lied kam das ich im Bus gehört hatte und pausieren musste, weil wir da waren; also konnte ich es fertig hören. :) Als wir zurück kamen, waren Teamfotos angesagt. Da habe ich natürlich meinen allerliebsten Speer mit auf das Bild genommen! Am Samstag gab es wieder einen großen Wettkampf, wo nur die Top 3 in jeder Disziplin hingehen. Es war regnerisch und Speer wurde auf dem Grass geworfen. Dennoch gab es eine persönliche Bestleistung! ABER während des dienstäglichen Meet wurde jene mit 97 Fuß nochmal um 13 Fuß verbessert! Außerdem gab es 80 Fuß im Diskus (eine 15 Fuß Verbesserung). Es war einfach mein Tag! Am Donnerstag war dann ein weiteres Meet aber die Ergebnisse waren nicht so berauschend. Vor dem Meet war Senior Night, wo alle Seniors geehrt wurden...  Freitag war keine Schule, nur Präsentationen den ganzen Tag. Die 12. Klassen mussten ihre Abschlusspräsentation halten, auf die sie seit der 9. Klasse hinarbeiten. Austauschschüler mussten nur eine Präsentation über ihr leben in ihrem Heimatland, im Gastland und die Unterschiede machen. Am Samstag war dann DER Wettkampf. Der, bei dem ich strahlen wollte. Es war wieder Top 3 und ich musste deswegen in allen 3 Wurfdisziplinen starten. Nachdem man Freitag vor Hitze gestorben ist, hatte es am Samstag jedoch geregnet, und zwar von früh bis abends. In Strömen. Diskus und Kugel lief mittelmäßig. Dann war Speer. Zuerst habe ich mir die erste Gruppe angeguckt, in der es einen 125, einen 98 und einen 94 Fuß Wurf gab. Mh. In meiner Gruppe gab es ein Mannsweib mit 118 Fuß. Das Ziel war klar, 100 Fuß. Der erste Versuch war 90... Der letzte Versuch sah sehr gut aus und ich war erleichtert bis ich neben mir den Kampfrichter gehört habe "Foul!". Guck auf meinen Fuß, 2cm auf der Linie... Ich wollte, dass sie den Wurf trotzdem messen...nur um zu sehen, wie weit es war. ONEHUNDRET FEET AND FIVE INCHES. 30,61m. In Tränen ausgebrochen in einer Pfütze liegend kam dann natürlich ein Mädchen, das vorher noch rennen musste bevor sie zum Speer kommen konnte und wirft 90 Fuß und 8 inches... Ich war dann 6., womit ich mich zwar immernoch platziert habe aber mit den hundert wäre ich dritte gewesen und eine Medaille ist natürlich besser als eine blöde Schleife... Morgen haben wir das nächste Meet. Mal sehen was da geht. Der Wetterbericht sagt Schnee vorher. 

Samstag, 7. April 2012

I ♥ NY

Am Samstag morgen haben wir uns also auf den Weg nach Morgantown, WV gemacht, um da von einem der 2 Tripbusse abgeholt zu werden. Im Bus konnten Lærke und ich einige bekannte Gesichter vom Westcoasttrip wiedererkennen. Später haben wir in einem Restaurant mit All-You-Can-Eat-Buffet gegessen, wo mir erstmal das Softeis in den Schokoladenbrunnen gefallen ist und ich daraufhin ganz schnell weggerannt bin. Auf dem Weg zum Hotel haben wir bemerkt, dass es im Bus Wifi und Steckdosen gab! Als wir in unserem Hotel in Virginia angekommen waren, dauerte es noch einige Zeit, die wir uns mit schwimmen im Pool vertrieben, bis der zweite Bus mit meinen allerliebsten dänischen Freunden auch da war. Spät abends sollten wir es in der Lobby ruhig halten, was aber schwer möglich war, da die Freude jemanden nach 3 oder sogar 6 Monaten wiederzusehen einfach überschwänglich war. Schnell wurden ein paar Regeln erklärt und dann ging es ab ins Bett. In meinem Zimmer waren Spanien, Belgien und Dänemark vertreten. Also: buenas noches, bonne nuit, god nat, gute nacht.
ich, Lærke, Caroline
Um 7 gab es Frühstück und der erste Washington, DC-Tag konnte beginnen. Wir sahen zuerst die Library of Congress, das United States Capitol und den Supreme Court und dann das Jefferson- und das Licoln Memorial. Weiter ging es mit dem Vietnam Veterans Memorial, wo tausende Namen gefallener US-Soldaten in eine lange Mauer gemeißelt waren und dem Korean War Veterans Memorial, wo einige Soldaten nachgebildet wurden und einer Wand an der Gesichter der Gefallenen zusehen waren. Arlington National Cemetry: hunderte weiße Gräber in perfekten Reihen und ruhevollem Ambiente. Am Ende des langen bergauf Pfad durften wir dann die Changing of the Guards bewundern, was sehr offiziell, ernst und bis in die letzte Sekunde geplant war. Also sehr viel Geschichte und Denkmale und das aufregendste waren die berühmten Cherry Blossom Trees (Kirschblütenbäume), die zu dieser Jahreszeit alle wunderschön waren. Freizeit und Abendessen gab es in Georgetown. Zurück im Hotel ging es auf schnellstem Weg in den Pool und dann ins Bett.
Washington Monument
Der zweite DC-Tag startete am Weißen Haus, das nur von großer Entfernung zu sehen war. Die Hinterseite konnte man jedoch fast anfassen! Beeindruckend waren die Protestanten, die man um das Weiße Haus herum überall sehen konnte. Unter anderen konnte man eine Frau sehen, die seit 1981 vor dem Weißen Haus pausenlos protestiert und ein kleines Zeltchen ihr zu Hause nennt. Der nächste Stopp war am Washington Monument. Danach ging es zum Smithsonian, wo mehrere Museen aneinander gereiht sind und wir eine Menge Zeit hatten diese zu begutachten. Los ging es aber für alle im Air and Space Museum. Als erstes sind Lærke, Thea und ich in das im museumseigene McDonalds gegangen, wo man aus 6 verschiedenen Menüs wählen konnte, die nur die allereinfachsten Speisen enthielten, jedoch alle $10 kosteten. Lächerlich. Es war ein riesiger „Raum“ mit Glasdach und man konnte einen Vogel herumfliegen sehen, was natürlich nicht so geil für mich war... Da ist Lærke zu einer schwarzen, alten Frau, die da gearbeitet hat, gegangen und sie gefragt, ob sie den Vogel schießen kann. Ja SCHIEßEN, im geschlossenen Raum! :D Die Antwort war natürlich nein und daraufhin kam die Frau und hat auf mich eingeredet, dass Vögel keine bösen Tiere sind und das ich keine Angst haben soll. Das alles mit dem wohl schwärzesten Akzent auf der Welt. Sie kam immer wieder und hat sich nach mir erkundigt und eine nette Konversation mit uns geführt. Als wir fast aufgegessen hatten erschien dann die Managerin, die alarmiert wurde. Es war alles einfach nur sooo lustig (bis auf den dummen ekelhaften Vogel). Die Frau hat uns auch erzählt, dass sie mal 3 Vögel hatten aber einen haben sie tot gefunden und wo der andere ist, wissen sie nicht. Sehr beruhigend. Als nächstes sind wir ins Kunstmuseum gegangen, wo wir eine Menge Spaß in 3 „gefärbten“ Räumen hatten. Zurück im Bus ging es zum Holocaust Museum, was für die meisten ziemlich beeindruckend und niederschmetternd zugleich war. Jeder bekam ein kleines Büchlein, das die Geschichte einer jüdischen Person erzählte und konnte diese im Museum nachverfolgen. Es gab viel zu hören und zu sehen. Die Gesichter waren versteinert, als wir aus dem Museum traten. Mit einem mulmigen Gefühl hatten wir im Bus die Möglichkeit über das Gesehene zu reden. 
Am Dienstag sollten wir 3 Städte besuchen: Washington, DC, Philadelphia und New York. Viel zu früh haben wir uns auf den Weg nach Philadelphia, The City of Brotherly Love, gemacht, wo wir in den Constitution Center gegangen sind und ganz viel über die Geschichte der Constitution und die Präsidenten gelernt haben. Außerdem haben wir die Liberty Bell und die Independence Hall gesehen. Freizeit hatten wir im sogenannten Reading Terminal Market, wo es Essen aus aller Welt gab. Wenn man so durch Philadelphia läuft hat man permanent Angst erschossen zu werden aber das ist ok. Abends ging es dann endlich nach NEW YORK! ...naja eigentlich erstmal nach New Jersey, wo unser Hotel war. Meine neuen Zimmerpartnerinnen waren aus Mexiko, China und Japan. 


Times Square
Am Mittwoch waren wir dann endlich in NYC unterwegs. Als erstes sind wir auf der berühmten Fifth Avenue herumspaziert und sahen den Rockefeller Plaza, was ziemlich schick war da man den Himmel nicht mehr sehen konnte, vor lauter Wolkenkratzer. Danach ging es in den Central Park, wo wir etwas Zeit hatten, um diesen ruhigen Platz mitten im Großstadtjungle zu genießen. Eine schöne Allee mit perfekt aufgereihten Bäumen endete in einen kleinen Teich. Als nächstes war ein Besuch des Metropolitan Museum of Art angesagt, was mir sehr große Freude bereitete (im Gegensatz zu jedem anderen). Ich habe Lærke und Thea auf eine Bank gesetzt, die Kunst bewundert und sie dann abgeholt. Beeindruckend! Danach ging es auf den TIMES SQUARE, wo wir eine Menge Zeit zum shoppen hatten, die wir im 4 (V I E R!) -stöckigen Forever 21 verbrachten. Im Hard Rock Café wurde dann zu Abend gegessen. Dort hat sich ein anderer deutscher Austauschschüler zu uns gesellt. Er hatte 10 Minuten Fußweg bis zum Times Square, weil er einfach nur da wohnt! Nach dem Dinner hatten wir noch etwas Freizeit, um die bunten Lichter zu bewundern. 
Am Donnerstag ging es früh morgens erstmal zur FREIHEITSSTATUE! Als wir in der Schlange für die Fähre standen, traf ich auf Simon von meiner VBT, der sein Austauschjahr in Minnesota verbringt und mit dem Schulchor da war. Ich meine, wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass man sich ausgerechnet in New York wiedersieht? Auf der Fähre hatte man den besten Blick auf die Skyline des „Big Apple“. Der erste Stopp war Ellis Island, wo wir aber nicht ausgestiegen sind. Trotzdem war es ziemlich gut, das mal zu sehen. Bevor wir auf Lady Liberty's Insel ausgestiegen sind, durften wir sie von allen Seiten von der Fähre aus begutachten. Auf der Insel gab es ganz viele dumme Vögel, die mir die Laune vermiesen wollten... Lunch hatten wir in Greenwhich Village. Danach sahen wir einige der ältesten Gräber in New York, die „Wall Street“ und Ground Zero. Es war schon komisch da zu stehen, wo man während 9/11 tot gewesen wäre. Als nächstes ging es nach Brooklyn und über die Brooklyn Bridge, was 30 Minuten Fußweg bedeutete. Von da aus konnte man noch einmal New York's Skyline bewundern. Nach dem Abendessen in einem chinesischen Restaurant, das allen Asiaten sehr viel Freude bereitet hat, hatten wir Zeit, um Chinatown zu erkunden. Gefälschte Handtaschen hier, gefälschte Handtaschen da, Lucky Cats überall! Das absolute Highlight war, dass wir eine Bubbleteabar gefunden haben und ich nach 7 Monaten endlich wieder diesen Genuss genießen durfte! :)) Ich konnte also überglücklich einschlafen.
Chinese Lucky Cats
Am Freitag konnten wir vom Empire State Building aus den besten Blick auf NYC genießen. Atemberaubend. Lunch gab es in der Grand Central Station. Danach ging es zum UN-Hauptquartier. Wir durften sehen, wo sich die mächtigen Leute in der Welt beraten und Entscheidungen getroffen wurden. Außerdem lernten wir etwas über die Ziele und die Geschichte der UN. Jetzt etwas zum lachen: Die erste Information, die wir bekamen war, dass wir uns auf Internationalem Territorium befinden und es da 6 offizielle Sprachen gibt. Als wir draußen vor dem Gebäude alle unsere Flaggen rausholten, um für ein Video und Fotos zu jubeln und applaudieren, kam ein Sicherheitsmann und hat uns ermahnt, nicht etwa wegen dem Lärm...nein, es ist aus Respekt nicht erlaubt andere Flaggen, neben der US-Flagge auf dem Gelände zu zeigen. Dumm.
Da wir nach dem Dinner zu einem Broadway musical gehen sollten, haben wir uns alle im Bus schick gemacht und umgezogen. Als im Restaurant Musik gespielt wurde, haben wir alle angefangen auf den Stühlen und Tischen zu tanzen, was die anderen Gäste etwas verstörte. Voller Energie haben wir auf dem Weg zum Theater weiter gesungen, getanzt, gekreischt. Vor den Türen des Theaters wurde uns gesagt, dass wir jetzt runterkommen müssen aber das ging nur sehr schwer. Das Musical, das wir uns ansahen war Sister Act und es war fabelhaft, beeindruckend! Ein würdiges Ende für diesen unglaublich schönen Trip.
Am Morgen verabschiedeten wir uns von den Leuten aus dem anderen Bus, von den meisten für immer, und machten uns auf den Weg zurück nach Morgantown. Mein Gastvater hat Lærke und mich abgeholt und wir haben auf dem Rückweg bei einer Naturwasserrutsche und Fallingwater (ein Haus, das über einem Wasserfall für eine reiche Familie gebaut wurde und jetzt besichtigt werden kann) gestoppt. Das war alles auch ziemlich cool.

Am Ende kann ich sagen, ich mag New York City mehr als Los Angeles! Die Zeit verging so schnell, auch wenn wir so viele Sachen gesehen haben, für die normale Leute einen Monat bräuchten. Der Abschied von Freunden aus aller Welt war schmerzhaft...